Hier ist sie wohl nun: Die gefürchtete Antriebslosigkeit. Seit 3 Tagen versuche ich mich nun schon zum Arbeiten zu motivieren und schaffe es gerade mal Zähne zu putzen, zu duschen und ein paar kleinere Tätigkeiten zu verrichten. Gott sei dank vermittelt mir mein Körper ab und zu ein Hungergefühl. So stehe ich wenigstens mal vom Sofa auf um Essen zu machen. Noch bin ich aber weit davon entfernt mir Etwas gegen Depressionen verschreiben zu lassen. Stimmungsschwankungen kommen vor und können z.B. auch am Wetter liegen. Genug zu tun hätte ich schon: Meine Studienarbeit bedarf noch einer Überarbeitung und die Bewerbungen für eine Diplomarbeit in einem Unternehmen wollen geschrieben werden. Na ja, dank der Motivation des Blues Brothers Soundtracks reicht es zumindest für einen Blog-Eintrag.
Früher hatte ich auch schon ab und an ein paar Tage, an denen ich zu nichts Lust hatte. Gerade, wenn man einen Hiwi-Job mit freier Zeiteinteilung hat, passiert das relativ schnell. Bei einem geregelten Arbeits- und Tagesablauf steht man eher unter Druck rechtzeitig aufzustehen und zur Arbeit zu gehen. Nur diese Kombination aus zu-nichts-Lust-haben und einem Gefühl der Mattheit macht mir schon Sorgen. Der Therapiezeitraum ist natürlich bewusst auf das Ende meines Studiums gelegt, da ich dort genügend Freiräume habe um solche Nebenwirkungen abzufangen. Durch den guten Anfang der Therapie mit relativ wenigen Nebenwirkungen bin ich allerdings schon motiviert mein Studium zügig zu Ende zu bringen.
Wenn man wenigstens Fieber oder Grippesymptome hätte, könnte man ja alles auf die körperliche Unfähigkeit schieben. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Bei den mentalen Nebenwirkungen ist das nicht so leicht. Das Fleisch ist willig, aber der Geist ist schwach steht leider nicht in der Bibel. Außerdem fange ich ja nicht völlig ungeplant an irgendetwas zu arbeiten. Bisher war meine Einstellung immer, dass man alles erreichen kann, wenn man nur will. Mich selbst nun in der Rolle des Abhängers vorzufinden ist da eher befremdlich.
Ganz untätig war ich ja dann doch nicht. Nun gibt es endlich den zweiten Post. Immerhin ein erster Schritt und auch gar kein schlechtes Gefühl. Ich glaube, als Motivationsmaßnahme verschreibe ich mir selbst Sport. Bei einem gesenkten Hämoglobinspiegel ist das zwar eine schlechte Idee, aber zu hause rumsitzen ebenfalls.