Gestern früh ist mein Vater im Alter von 53 Jahren unerwartet verstorben.
Bisher habe ich ja alles hingenommen: Die Diagnose, die Therapie, die Nebenwirkungen, aber der Tod meines Vaters treibt mich an den Rande der Verzweifelung. Ich bin ein erklärter Familienmensch: Im familiären Umfeld fand ich immer wieder Kraft und Motivation. Ich hätte mir nichts sehnlicher gewünscht, als dass er mit seinen Enkelkindern spielen kann. Enkelkinder, die bisher aufgrund der Infektion und den Nebenwirkungen der Therapie (Missbildungen) nicht in Frage kamen. Kinder lagen ihm sehr am Herzen. Die Art, wie er sich mit seinem 3-jährigen Neffen beschäftigt hat, war einmalig. Der Kleine konnte es immer kaum erwarten mit meinem Vater zu spielen.
Er war so ein guter Mensch, geduldig und immer hilfsbereit. Bei jeglichen Renovierungsarbeiten stand er mir tatkräftig bei. Eigentlich habe ich eher Ihm zugearbeitet, während er die Wohnung renoviert hat. Sein unendliches handwerkliches Geschick konnte ich nämlich nur zum Teil erben.
Momentan lenke ich mich durch den zu erledigenden Papierkram ab, mir graut es vor der Zeit danach. Ich stelle mir immer wieder die Frage: "Warum?".
Nun ist alles einfach nur leer, das ganze Leben wirkt so nebensächlich. Ich habe das Gefühl, dass jeder Funken Freude aus meinem Körper entwichen ist.
Trotzdem muss es weiter gehen. "Geht nicht, gibt's nicht!", war immer sein Lebensmotto und nun ist es auch meins.
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