18 November 2006

Die Sache mit dem Alkohol

Wenn man sich mit unbekannten Personen zum Vorglühen trifft, dann macht man sich schon einige Gedanken. Ich z.B. habe mir dieses Mal mein eigenes Alkoholfreies Bier mitgebracht. Viel wichtiger als ein anständiges Alkoholfreies Bier, ich kann Holsten, Krombacher oder Erdinger empfehlen, ist allerdings, eine Antwort auf das Warum parat zu haben. »Warum trinkst du keinen Alkohol?«. »Guten Tag, ich habe chronische Virushepatitis C, Genotyp 1b und mache gerade eine Peginterferon-Ribavirin-Kombinationstherapie« ist nicht unbedingt der beste erste Eindruck, den man machen kann. Die übliche Ausrede: »ich muss fahren«, ist nur möglich, wenn man mit dem Auto gekommen ist. Dann ist es ja auch keine Ausrede, sondern die Wahrheit. Wenn man schon keinen Alkohol trinken darf, dann fährt man auch, sofern es die Medikamente zulassen.

Nun halte ich mit meiner HCV-Infektion nicht groß hinter dem Berg. Der Kassiererin bei Penny binde ich es auch nicht auf die Nase, aber jeder, der mich halbwegs kennt, weiß was ich habe. Und damit habe ich bisher auch sehr, sehr gute Erfahrungen gemacht. Es gibt einfach keine bessere Erklärung als die Wahrheit. Es ging hier allerdings nicht um meine neuen Freunde, sondern um die neuen Freunde meiner Freundin. Während ich damit leben kann, dass mich Leute wegen meiner Krankheit meiden könnten, möchte ich nicht verantworten, dass sie meine Freundin meiden. Ich kann mir gut vorstellen, was meine Freundin von solchen Personen halten würde, trotzdem möchte ich nicht, dass ihre neuen sozialen Bindungen darunter leiden.

Würden mich ihre Freunde besser kennen, sähe die Sache anders aus. Bis dahin kann ich mir schon mal überlegen, wie ich das Ribavirin als Pfefferminz tarne und was ich mache, wenn Jemand eins abhaben will.

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