10 November 2006

Der Mensch wächst mit der Herausforderung

Vor einigen Tagen ist traurigerweise meine Großmutter verstorben. Ganz unerwartet kam es nicht, aber wenn es dann schließlich so weit ist, hilft auch die ganze mentale Vorbereitung nur bedingt. Irgenwie bin ich jedoch motiviert nach hause zurückgekommen. Ich bin voller Hochachtung, mit welcher Energie und Zuneigung meine beiden Tanten ihre Mutter gepflegt und begleitet haben. Auch die Art und Weise, wie meine Großmutter ihre Morbus Parkinson akzeptiert hat ist einzigartig. Dass sie trotz dieser schweren Erkrankung ein erfülltes Leben im Rahmen ihrer Möglichkeiten gelebt hat, dient mir als Vorbild.

Blick man auf die Umstände ihrer Generation, besonders auf die Zeit im und nach dem Zweiten Weltkrieg, zurück, dann wirken die Probleme von heute eher minimal. Natürlich habe ich einen Virus im Körper, der mich ohne Behandlung *vielleicht* in 40-60 Jahren umbringen könnte, aber damals konnte jeder von einer Bombe oder Kugel einfach so getötet werden. Heute sorge ich mich um meine Blutwerte und meinen Therapieerfolg, 1945 standen viel elementarere Dinge wie Lebensmittel und Feuerholz auf dem Programm.

Ich möchte die Herausforderungen einer HCV-Therapie nicht kleinreden, aber wenn meine Großmutter die Kriegs- und Nachkriegszeit überstanden hat, dann überstehe ich auch meine Therapie.

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